Das war vielleicht ein ereignisreicher Monat - kaum waren wir endlich im Ferienhaus eingetroffen, merkte unsere Oberhündin, dass Ramon immer stolperte beim Gehen und rechts leicht hinkte. Irgendwie kam ihr sein "Gangwerk" ja schon länger komisch vor und einige Anzeichen deuteten schon früher darauf hin, dass er Rückenprobleme haben könnte! Ganz spontan beschloß die Oberhündin Ramon gründlich untersuchen zu lassen, besonders als er nicht mehr über die Treppe gehen wollte!
Das Röntgen brachte kein Ergebnis also folgte die Oberhündin dem Rat des TA zum CT in die Tierklinik Sattledt zu fahren. Es gibt angeblich österreichweit nicht viele Möglichkeiten für ein CT und von unserem Ferienhaus aus wäre es sonst nur in der Uniklinik in München möglich gewesen. Na blöd, denn wer will schon mitten in der Sommerreisezeit einen Pendelverkehr nach München einrichten.
Da die Tierklinik in Sattledt gut ausgestattet ist und eigentlich rund um die Uhr erreichbar, fuhren wir alle drei dorthin. Schnell war klar, dass die Vermutung unserer Oberhündin stimmte und Ramon nur eine baldige Operation helfen konnte. Da war erst einmal guter Rat (und nicht nur der) teuer! Leider machen die wenigsten TÄ eine klare Ansage und klarerweise liegt die Entscheidung beim Tierhalter - in Ramons Fall in den Händen unserer Oberhündin. Und die war im Dilemma, denn sie kannte nur einen Hund, bei dem es etwas gebracht hatte, allerdings entschieden sich die meisten ihrer Hundesportbekannten schon aus finanziellen Gründen gegen die OP. Eine Alternative ist aber kaum vorhanden, außer zuzuwarten bis gar nichts mehr geht und den Hund dann "zu erlösen"! Allein an den Finanzen wollte die Oberhündin ihre Entscheidung nicht festmachen. Da die eingeholten Meinungen irgendwie eine Pattstellung ergaben und der Arzt in Sattledt meinte die OP-Methoden hätten sich stark verbessert, es bestehe sogar eine 70%-Chance, dass Ramon komplett geheilt sein würde (da er noch kaum Nervenschäden davongetragen habe sondern vorallem durch Schmerzen beeinträchtigt werde), war die Entscheidung für die OP schnell gefallen. Am Donnerstag war es dann soweit, alle drei fuhren wir nach Sattledt. Seither ist es allerdings etwas mühsam, weil Ramon nur an der Leine gehen darf, einen Trichter tragen muss und viel raunzt. Wir schlafen alle drei unten im Wohnzimmer, damit Ramon nicht die Treppen steigen muss und die Oberhündin ist nach zwei Nächten bereits selbst fast eine "Cauda-Equina-Kandidatin", weil das neue Sitzmöbel zwar edel aussieht aber zum Schlafen viel zu unbequem ist. Hoffentlich geht es Ramon bald besser, damit wir wieder ruhigere Nächte verbringen können. Ich komme derzeit etwas zu kurz obwohl ich manchmal allein mit der Oberhündin im See schwimmen darf.


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