Sonntag, 11. September 2011

Ramons Krankentagebuch

Die letzten Wochen waren für Ramon und mich nicht leicht, denn nach der erfolgreich verlaufenen Rücken-OP stellte sich beim Kontrolltermin am 
22. August heraus, dass der Hund massiv entzündete Hoden hatte, die eine Kastration erforderlich machten, da das Gewebe bereits abzusterben begonnen hatte. Die Ursache ließ sich nicht genau feststellen aber möglicherweise hatten sich die Symptome überlagert und wurden von mir der Cauda equina zugeordnet. Fakt war, dass Ramon gleich ganz gut laufen konnte, sich nachts aber nicht hinlegte (ich machte den ungewohnten Trichter dafür verantwortlich) und viel vor sich hinjammerte beim Liegen aber nie Schmerzlaute beim Spaziergang von sich gab. Die nassen Flecken am Boden überall dort wo er gesessen hatte leckte er immer weg und ich dachte, dass sie von der Leckerei kämen und nicht umgekehrt.
Ich musste an diesem Tag nach Hause, weil ich einen Werkstatttermin hatte und für 1 Woche einen Leihwagen bekam, der absolut nicht hundetauglich war. Ramon wurde abends, als ich ihn von der TÄ abholte, auf die Rückbank gebettet und daheim mit nachbarlicher Hilfe ins Haus getragen. Wirklich schockiert war ich dann als ich ihn spätabends noch in den Garten führte um ihn Pipi machen zu lassen und er vor Schmerzen schrie! Solche Laute hatte ich selbst von diesem sehr schmerzempfindlichen Hund noch nie gehört.
23. August: Ich gab Ramon seine Tabletten und Schmerzmittel und es ging aufwärts. Er frißt normal und konnte heute ohne Schreierei Gassi gehen - nur einige Schritte um seine Geschäfte zu erledigen aber immerhin!
24. August: Schreck in der Morgenstunde - Ramon verlor lauter kleine Bluts?-Tropfen, mein Nachbar  selbst (Menschen)-Arzt beruhigt mich - es war kein Blut sondern Wundflüssigkeit. Ansonsten geht es mit Ramon aufwärts allerdings hänge ich ihn an, wenn er drinnen ist, wie auch schon in den Tagen davor, damit er auf seinem Platz bleibt und nicht überall mit dem Trichter anrennt. Er ist ja zum Glück ein sehr braver und geduldiger Hund.
26. August: Tierarzttermin um die Fäden (Klammern) von der Rücken-OP herauszunehmen. Sieht schon super aus und das Fell beginnt bereits nachzuwachsen.
30. August: Die Woche ging so dahin, Ramon "saftelte" zwar gründlich aus der Kastrationswunde, die, wie ich feststellte, ziemlich weit offen war. Das konnte ich mir nicht erklären, denn er hatte immer den Trichter auf, allerdings erschien mir dieser zeitweise zu klein, weil Ramon die Nase so weit vor strecken konnte aber, dass er damit seine Bauchwunde erreichte erschien mir unwahrscheinlich - muss aber so gewesen sein, denn sie ging immer mehr auf und die Klammern hingen nur noch an den Rändern lose drinnen.
Als ich mittags mit Ramon vom Spazierengehen zurück kam bemerkte ich - diesmal eindeutige - Blutstropfen auf dem Boden. Da meine TÄ inzwischen Urlaub machte, begann die panische Suche nach einem TA, der trotz Mittagspause über Notrufnummer erreichbar war. Das war gar nicht so einfach, denn über die Notrufhandynummern meldete sich bei den meistenauch nur eine Tonband - das war richtig "gaga"! Fand dann Dr. B. in S. und fuhr sofort zu ihr. Neuerliche OP mit Suche nach der Blutungsursache (Ligatur um den Samenstrang hatte sich gelöst), der Trichter war auch zu klein gewesen - nicht für die Rückenwunde aber sehr wohl für den Bauch! Nach einer Stunde gemeinsamer Arbeit war die Wunde neu versorgt und ich konnte den Heimweg antreten.
Weitere Nächte auf dem unbequemen Sofa folgten, es blieb meine Schlafstatt für den Rest der Ferien!
31. August: Auto aus Werkstatt geholt und Ramon bei dieser Gelegenheit in der Tierklinik Sattledt anschauen lassen - zur Absicherung für mich, nicht weil es ihm schlecht ging. Er bekam Schmerzmittel und Antibiotika, damit ich ihn problemlos nach W. und zurück transportieren konnte.
1. September: Kontrolle bei Dr. B., bekam wieder Antibiotika für den Rest der Woche und die erste Zeit in W.
4. September: Heimreise ohne Probleme
5./6. September: Kontrolle bei meinem TA in W, 2x Spülung mir Wasserstoff zur Desinfektion und um ev. Rückstände schneller aus der Wunde zu bekommen.
7.-11. September: alles ok, Nachbar versorgt Ramon während meiner Abwesenheit,
11. September: Ab heute ohne Trichter, Ramons Fell ist auch schon gründlich gewachsen und die OP-Wunden sind bereits fast unsichbar (wenn man davon absieht, dass dem Hund zwei wichtige Teile fehlen)


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