Dienstag, 12. August 2014

"Mein lieber Schwan"


Ykon verdeckt mich hier leider ganz!
 Rasten bei der Burgruine
Ihr werdet es nicht glauben, wo wir die letzten Tage waren - in Bayreuth, bzw. gleich um die Ecke in Bad Berneck, wo unsere Oberhündin Quartier genommen hatte. Unsere Oberhündin hatte nämlich eine Karte für den Festspiel-Lohengrin ergattert und musste da unbedingt dabei sein. Wir verstanden zwar nicht warum aber für sie schien es extrem wichtig zu sein.....! Muss sie sehr beeindruckt haben, denn den ganzen Heimweg und auch jetzt singt und spielt sie immer dieselbe Musik "In fernem Land ...." und "Mein lieber Schwan" oder so ähnlich - dabei haben wir hier an unserem See genug Schwäne, da bräuchte sie nicht so weit zu fahren.........!
Davor gab es jede Menge Versuche Ykon und mich doch noch daheim zu lassen aber irgendwie ist das mit zwei DS nicht leicht. So beschloß die Oberhündin die Probleme vor Ort zu lösen und hoffte, dass das einfacher sein würde. Sie recherchierte im Netz nach SV-OGs in und um Bayreuth, fand auch zwei aber da bekam sie keine Antwort. Mag sein, das die Ferienzeit eine Hürde darstellte oder sie waren einfach der Meinung "keine Antwort ist auch eine Antwort". Die Hoteliersfrau meinte  "die Franken sind so" aber das will ich nicht glauben, war sie selbst doch der beste Gegenbeweis.
Na gut, damit war es also nichts, im Zimmer konnten wir auch nicht bleiben aber die Hoteliersfamilie war super und so überstanden wir den Opernabend unbeschadet auf einem schattigen Stellplatz, während die Oberhündin den Shuttledienst zum Festspielhaus und zurück nützte. Der Chef wollte sogar nach uns sehen und mit uns spazierengehen, doch das war gar nicht nötig, denn wir waren zuvor stundenlang mit der Oberhündin im Wald unterwegs gewesen. Ykon war total fertig, er konnte kaum noch weitergehen, da machte sich die Oberhündin schon Sorgen wegen seiner Beeinträchtigung beim Laufen und kehrte etwas früher um.
Bad Berneck ist ein kleiner Kurort am Fuß des Fichtelgebirges, sehr eng und verwinkelt aber mit endlosen Spazierwegen. Kaum hatten wir den Kurpark hinter uns gelassen, ging es stundenlang entlang der Ölschnitz durch den (Ur-)wald ohne einer Menschenseele zu begegnen. Es war einfach herrlich - einige Male durften wir in dem kleinen Fluss pritscheln und vor allem unseren Durst stillen. Immer wieder kamen wir zu kleinen Quellen und Brunnen - eine zauberhafte Wildnis, die sich die Oberhündin so nicht erwartet hatte! Freitag nachmittag besuchten wir die Burgkapelle in Stein, man konnte sie zwar nicht besichtigen aber immerhin von außen den mächtigen Bau betrachten und es gab noch leckere Himbeeren unterhalb.
Samstag vormittag kletterten wir durch den Wald hinauf zur Burgruine und umrundeten den alten Turm. Das war nicht ganz ungefährlich, weil die Oberhündin mit uns zwei starken Hunden Sch... hatte auf dem Steig und den Treppen zu stürzen oder sonst irgendwo hinunterzufallen. Hier in diesem Ort geht es nämlich überall bergauf - da brauchen sogar die Hühner Steigeisen, glaube ich. Danach wanderten wir wieder durch den Wald, diesmal auf einem anderen gut beschilderten Weg als gestern. Eigentlich wollte die Oberhündin noch mit uns zu einem Aussichtsfelsen aber da Ykon so schwächelte, stiegen wir lieber durch den Wald zur Ölschnitz hinunter, wo wir ein kurzes Erfrischungsbad nehmen durften und kehrten dann zum Hotel zurück. Ehe die Oberhündin den Bus nach Bayreuth nahm ließ sie uns noch auslaufen und versorgte uns
mit Trinkwasser und Futter, doch  wir waren so müde, dass wir die Wartezeit einfach verschliefen, trotz Parkfest, Feuerwerk und jeder Menge lärmender Nachtschwärmer.
Spät nachts gab es dann das Feuerwerk, war aber wegen der hohen Bäume nur zu hören, da spazierten wir lieber die steile Strasse hinauf, die etwas abseits wieder in den Wald führte. Ykon ging es ziemlich schlecht, weil er beim steilen Abwärtsgehen seine Hinterläufe nicht gut koordinieren konnte und immer wegrutschte.
Im Maybachmuseum
Sonntag war nur noch ein kurzer Parkauslauf möglich, dann hieß es Abschiednehmen. Auf der Heimfahrt gab es noch einen Stopp in Neumarkt in der Oberpfalz, wo die Oberhündin sich unbedingt das Maybach-Museum ansehen musste. Maybachs sind so alte Luxusschlitten, die da in einer Halle herumstehen. War nichts für uns - off limits for dogs -  aber die Oberhündin war sehr angetan von diesen seltenen Oldtimern, sie mag offensichtlich alten Benzinkutschen sehr und machte gleich Unmengen Fotos.
Mit einigen Pausen ging es dann zurück nach Hause.
Die Opernaufführung soll übrigens ein unvergeßliches Erlebnis gewesen sein. Da paßt dann das Zitat von Jean Paul, der in Bad Berneck überall allgegenwärtig ist - "DIE ERINNERUNG IST DAS PARADIES AUS DEM WIR NICHT VERTRIEBEN WERDEN KÖNNEN"!

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