Mittwoch, 23. April 2014

Im Seehaus

Ykon und ich sind mit der Oberhündin zum See hinausgefahren, etwas verspätet, weil die Oberhündin erst daheim das Chaos beseitigen musste, welches in der letzten Zeit immer mehr angewachsen war. Sie schob das auf uns und den vielen Dreck, den wir bei dem Regenwetter der letzten Tage ins Haus gebracht hatten.
Aber eigentlich ist das nur eine Ausrede auch wenn Ykons Ankunft ihr noch weniger Zeit als sonst läßt. So lag dann die Weihnachtsdeko immer noch herum und die Krippe war auch noch da, so wie Unmengen Bügelwäsche. Na gut, wir waren auch sehr viel unterwegs um Lauftraining, Tierarztbesuche, Hundeplatz und die Schule samt Abschlußprüfung unter einen Hut zu bringen. Und weil sie eh schon keine Zeit hatte, musste die Oberhündin auch noch zum Nordic Walking und in die Oper rennen. Tja, wenn sie soviel glaubt unternehmen zu müssen, dann darf sie sich nicht wundern, wenn ihr irgendwann alles über den Kopf wächst, Ykon und mir da die Schuld zu geben ist nicht ganz fair.
Vor der Abreise werkt sie jedesmal mindestens 24 Stunden um alles tiptop zurückzulassen, damit, sobald wir zurückkommen, alles schnell wieder so ausschaut wie vorher. Komisch sind diese Oberhunde schon.
Nun sind wir also angekommen, haben schon die ersten Nächte hier verbracht und sind nach unseren heftigen Rangeleien und Rennereien etwas mehr müde als daheim. Dadurch ist gerade soviel Frieden eingekehrt, dass ich diese Zeilen in die Tasten hämmern und auch aktualisieren kann. Zunächst war es etwas kalt im Haus und Ykon sekkierte mich recht oft, weil er keinen kuscheligen Platz finden konnte und sowieso ein unruhiger Geist ist. Ob unser Riesenbaby mal ruhiger werden wird?
Am Wochenende durften wir schon ins Wasser, denn es war warm und sonnig geworden. Ykon springt nur im seichteren Bereich herum aber ich genoß es richtig zu schwimmen. Das wäre für ihn auch gut aber ich glaube er wird erst dann mit dem Schwimmen beginnen, wenn auch unsere Oberhündin hineingehen wird (der ist es aber noch zu kalt - wobei, so nebenher gesagt, war es auch für mich zu kalt, denn ich zitterte am ganzen Körper als ich wieder am Ufer stand). Dann wurden wir trocken gerubbelt und durften jeweils eine Stunde in der Sonne spazierengehen.
Am selben Abend ging es zum Treffen mit der Tölzer Cousine, die wieder in dem üblichen Quartier abgestiegen war. Als wir nach dem Essen spät abends zum Seehaus hinunter fuhren, sahen wir zwei Rehe mitten auf dem Weg vor unserem Auto stehen. Wir bemerkten sie erst dann als die Oberhündin schon ganz langsam fuhr, weil der kleine Kater vom Bauern auf dem Weg hockte. Die beiden Rehe ließen sich viel Zeit und marschierten dann gemächlich in die Wiese, wo sie von Ykon und mir noch tüchtig verbellt wurden.
So vergingen die Ferientage wieder einmal viel zu rasch, das Wetter wurde immer schöner und wärmer, so dass wir täglich stundenlang draußen sein konnten. Täglich durften wir mit der Oberhündin unsere Runden drehen, im See baden, marschierten durchs Dorf und entlang der Strandpromenade oder gingen den Weg zum Hochmoor hinauf. Ykon erzählte mir, dass er heute im Wald einige Rehe beobachten konnte, die allerdings schnell davon liefen. Der "Osterhase" sitzt auch täglich in der Wiese vor unserem Garten, da werden wir beide ganz kribbelig aber die Oberhündin passt auf, dass wir nicht irgendwo herumjagen. Erst am vergangenen Wochenende wurden zwei Hunde von Jägern erschossen, weil sie Hühner gekillt und im Wald alles gejagt hatten, was ihnen vor die Pfoten und die Schnauzen kam. Ykon ist zwar behindert, doch er ist sehr schnell unterwegs, das merke ich immer dann, wenn wir im Garten herumjagen dürfen, da habe ich Mühe ihn zu erwischen. 

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