Da das Wetter etwas besser wurde, unternahm die Oberhündin Donnerstag einen Versuch im Freien zu malen. Es war kalt und düster als wir unseren Lieblingsplatz, die Dichtlalm auf dem Kienberg, erreichten. Trotz ziemlich feuchten Wetters stellte die "Meisterin" ihre Staffelei auf und begann ihr Bild anzulegen. Zuvor hatte sie unbedingt neue wasserdichte Bergschuhe kaufen müssen, deshalb war es bereits fast fünf Uhr nachmittag als wir ankamen. Dafür waren wir um diese Zeit ganz allein hier draußen und das war auch gut so, denn da konnte ich frei in der Wiese liegen. Zwischendurch ließ ich mich durch Heuschrecken und andere Krabbeltiere ablenken, die da rund um meinen Liegeplatz unterwegs waren. Dieser Platz auf dem Kienberg steht schon lange ganz vorne auf der Liste der Malplätze, weil die Motive und die fast unbewohnte Natur ideal für das Aquarellieren sind. Im letzten Jahr traute es sich die Oberhündin noch nicht zu das alles zu Papier zu bringen. Nach dem gelungenen Bild auf der Sommeralm in diesem Jahr wurde sie wesentlich mutiger!
Klarerweise kam die Oberhündin um diese Zeit nicht sehr weit mit der Malerei, deshalb kamen wir am nächsten Tag schon mittags wieder herauf. Da schien die Sonne und es wurde richtig warm, allerdings erst nach einem kurzen Spritzregen, der uns unter den Hochstand flüchten ließ. Nichts desto trotz begann meine Oberhündin mit ihrer Arbeit und es ging gut voran. Unseren Unterstand hatte sie noch tags zuvor daheim fertig gemalt, so dass wir ihn als Vorlage nicht mehr brauchten, heute waren nur noch das diverse Grün und der Stadl unten am Waldrand dran.
Freitag Nachmittag waren wir nicht mehr so ungestört hier draussen, einige Wanderer, der Bauer und schließlich auch noch der Jäger nützten den ersten schöneren Tag in dieser Woche um hierher zu kommen. Mit Ersteren hielten wir nur einen kleinen Plausch aber der Grünrock wollte ausgerechnet auf "unseren" Hochstand zum Ansitz. Da erwies es sich als gut, dass wir schon so früh begonnen hatten, denn dadurch war die Oberhündin schon fast fertig - den Rest konnte sie locker daheim fertigstellen. Sie packte also ihre Siebensachen zusammen und nützte den sonnigen Nachmittag um noch einen weiten Spaziergang mit mir zu machen. Dabei schauten wir auch nach Pilzen aber da blieb es bei einem einzigen Winzling. Als wir schließlich zum Auto zurück kamen war ich nass und dreckig wie selten, denn ich nützte jede Gelegenheit um in den morastigen Rinnsalen herumzuplantschen. Unten seht ihr was die Oberhündin so zusammengekleckst hat auf der Alm, inzwischen hat sie noch ein paar Kleinigkeiten hinzugefügt und - fertig! Im Vertrauen gesagt - in Wirklichkeit hat es ein bißchen anders ausgesehen aber das nennt man wohl künstlerische Freiheit!

"Work in progress"
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