Das Weihnachtsgeschenk meines Bruders bestand aus einer Vielzahl alter Familienfotos, die eine Menge Erinnerungen weckten und siehe da auch mein Strolch war dabei.

Ja und das hier war mein Strolch, mein zweiter Hund, ein Schnauzer-Boxermix, den ich als Welpe aus dem Tierheim holte und der mich fast 10 Jahre begleitete. Er war ein ganz besonderer Hund, er wußte ganz genau, wann etwas in Arbeit ausarten hätte können und genauso verhielt er sich in der Ausbildung und bei allen meinen Erziehungsversuchen. Sein Ruf war wesentlich schlechter als seine Taten, denn er sah irgendwie Respekt einflößend aus. Zweimal im Jahr focht er mit mir die Rangliste aus. Allerdings nur mit mir, die anderen hatten wohl soviel Respekt vor seinem wilden Gehabe, dass sie sich auf keine Konfrontationen einließen.
Irgendwie passte auf Strolch der Ausspruch frei nach "Poldi Huber", dem literarischen Denkmal eines Wiener Schülers: "Der Hund ist ein treues Tier, von Zeit zu Zeit wird er untreu, worauf er von seinem Herrn eine "Fotze" bekommt, worauf er wieder treuerer wird!"
Wir hatten viele schöne Jahre zusammen, Strolch war trotz allem ein guter Hund, nie hat er etwas zerissen, er wartete stundenlang daheim bis ich aus der Schule kam und er leistete meinem Vater gerne Gesellschaft, wenn ich mit Schäferhündin Aika, die ich 1995 dazu nahm, zum Training fuhr. Mit ihm unternahm ich, solange er noch allein war, die weitesten Spaziergänge und erkundete stundenlang die Gegend. Er bewachte seinen Besitz, vor allem das Auto, als seien es die englischen Kronjuwelen. Mit ihm hätte ich nachts die dunkelsten Gegenden durchstreifen können ohne dass mir etwas passiert wäre.
Ja, so war er, mein Strolch! Im Jänner 1997 ereilte ihn leider das traurige Schicksal einer Magendrehung, die den bis dahin gesunden Hund innerhalb weniger Stunden von meiner Seite riss!
Strolch
"Als Hund eine Katastrophe aber als Mensch unentbehrlich!"
(Zitat des verstorbenen deutschen Bundespräsidenten Johannes Rau über seinen Hund)

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