Mittwoch, 12. April 2006

Lebenserfahrung ..... (Sissels 1. Bericht)

Seit Sonntag hat sich mein Hundeleben total verändert, denn von einer Stunde auf die andere verlor ich meine alte Umgebung, mein Rudel mitsamt meiner Ziehmama und wechselte zu meiner neuen "Oberhündin". Ich war mit meiner Ziehmama zu Gast bei der WM-Ausscheidung in Ohlsdorf, wo ich einen kleinen Spaziergang in der Zuschauermenge machen durfte. Mitten unter diesen Menschen hörte ich wie eine Frauenstimme von einer entzückenden Hündin sprach. Das sollte wohl ICH sein! Eine der beiden Frauen - eine Freundin meiner Ziehmama - bemerkte, dass das (ich) doch die kleine Hündin sei, von der sie schon früher mal erzählt habe. Das war schon im Februar als diese Freundin mich im Verein kennengelernt hatte. Schon hielt diese fremde Frau meine Leine in der Hand und sprach freundlich auf mich ein, dann kam auch noch der Königshöhlenoberhund und pries meine Qualitäten in den höchsten Tönen. Ich hatte fast das Gefühl, er und meine Ziehmama wollten mich dieser fremden Frau richtig an's Herz legen.

Nach einem weiteren Spaziergang am Nachmittag, an dem auch ein gewisser Wiff (ebenfalls ein Königshöhlenspross) teilnahm, schien es fix zu sein, dass ich gleich zu dieser fremden Frau übersiedeln sollte, denn sie setzte mich neben ihren Wiff in das Auto und nahm mich mit in ihr Seehaus. Wie der erste Abend verlief kann ich so genau gar nicht mehr sagen aber der Garten und der See beeindruckten mich sehr, weil ich direkt vom Haus an den Strand gelangen konnte. Es war zwar noch zu kalt zum Baden aber der Ausblick auf Schwimmen und Pritscheln reizte mich sehr. Ich konnte meine ersten zwei Tage hier verbringen und viel Neues kennenlernen, dann wurden Wiff und ich in das Auto gepackt und wir fuhren in den Verein meines neuen Frauchens, wo ich gleich dem Trainer vorgestellt wurde. Der "was not amused" wie der Engländer sagt und versetzte mit seinem Urteil meiner Oberhündin einen richtigen Tiefschlag, nur weil ich nicht gleich auf dieses Juteding ansprang. Ich hatte sowas noch nie gemacht und dementsprechend verhielt ich mich eher abwartend. Shit, das war's wohl nicht gewesen - sie sollte mich zurückgeben!!!! Frustriert telefonierte sie später mit der Freundin und einer weiteren Bekannten, die sie aber darin bestärkten mich trotzdem zu behalten (aber das hätte sie sowieso getan).

Nach dieser ersten Begegnung mit meinem neuen Hundeplatz folgte einige Stunden später mein erster Tag in der Stadt, meiner zukünftigen Heimat. Wir waren noch am späten Abend hierher gefahren. Meine neue Oberhündin ließ mich frühmorgens in den Garten und schwupp-di-wupp sprang ich mit einem Riesensatz über die Betoneinfassung mitten in das alte Bassin - Brrr, war das grauslich - eine eiskalte brackige Brühe in der ich jetzt herum paddelte und das zu dieser Jahreszeit. Zum Glück war das Becken durch den schneereichen Winter so voll, dass mich die Oberhündin am Nackenfell gleich wieder herausziehen konnte! Sofort schleppte sie mich ins Bad, wo ich gründlich abgespült und trocken gerieben wurde. Also das hat mir so gereicht, dass ich da sicher nicht mehr hineinspringen werde!
Doch die Osterferien dauerten noch an und es ging bereits am selben Abend zurück an den See.

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